
trotz des vorfalles, der unsere beziehung beendete, konnte ich nach vielen wochen wieder "normal" dem vater meines sohnes entgegentreten. nach weiteren vielen wochen konnte ich sogar mit ihm und unserem sohn gemeinsam etwas unternehmen.
natürlich erhoffte der vater meines sohnes, dass alles wieder "normal" wird.
aber für mich war dieses kapitel abgeschlossen.
unser letzter gemeinsamer weg war gestern: die beerdigung unseres lieblingswirten.
die aufbahrungshalle war überfüllt, darum standen wir draußen.
plötzlich lehnte sich der vater meines sohnes an die brüstung, vor der wir standen und glitt immer weiter zur seite. dann glitt er auf seine knie und schließlich auf seine hände...er war nicht ohnmächtig, aber auch nicht ganz bei all seinen sinnen.
unser sohn rief "papa" und weinte. ich rief seinen namen und kniete mich dabei zu ihm. aber dann zerriss es mich innerlich: einerseits wollte ich dem vater meines sohnes helfen, andererseits wollte ich unseren sohn zur seite bringen.
die entscheidung nahm mir eine bekannte ab, schloss meinen sohn in die arme und ging mit ihm zur seite. jetzt konnte ich mich ganz um den vater meines sohnes kümmern. ich bat die anwesenden, einen arzt zu rufen. mit unterstützung half ich dem vater meines sohnes auf. aber er sackte wieder zusammen und riss seinen mund so weit auf, dass ich angst hatte, dass er keine luft bekam. ich fragte, ob schon jemand den arzt angerufen hat. dabei stand schon einer bei uns, der der beerdigung auch beiwohnte.
ein anwesender brachte einen sessel.
der arzt meinte, dass es vom blutdruck oder vom gehirn
kommen konnte. da kam schon der rettungswagen. dort wurde sofort ein ekg gemacht und der blutdruck gemessen. beides war ob.
seitdem wurde blut abgenommen, lunge geröntgt, harn und stuhl untersucht, und oberbaucht geschallt.
der blutbefund zeigte stark erhöhte cholesterin-, triglycerid-, blutzucker- und leberwerte. dagegen bekommt der vater meines sohnes infusionen. und er hängt an einem monitor.
eigentlich müsste es mir nach dem vorfall, der unsere beziehung beendete, so was von egal sein.
aber ich schaffe es nicht...ich mache mir sorgen. er tut mir leid.
erst jetzt sehe ich, wie viel er abgenommen hat, weil er seit wochen nicht viel essen kann. und es verstärkt meine angst, weil er seit wochen sooo viel vergißt...
und ich schaffe es nicht, nicht daran denken zu müssen, dass auch mein sohn seinen vater verliert...